Lumapod: das schnellste Stativ der Welt

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Lumapod: das schnellste Reisestativ der Welt!
Martin Grabner - Gründer und CEO von Lumapod

Stabil, praktisch, gut – das alles ist der Lumapod und noch viel mehr! Dank seiner innovativen Tensioning-Technologie und dem Einbau von stabilen Kevlarseilen kann der Lumapod innerhalb von nur 4 Sekunden auf- und abgebaut werden. Seine kompakte und federleichte Konstruktion macht ihn zum idealen Gadget für alle Hobby- und Reisefotografen. Und dass der Lumapod bei der Community gut ankommt, sieht man sofort: Auf Kickstarter wurde das Goal von 35.000 € in weniger als 90 Minuten erreicht; insgesamt haben schon mehr als 2.500 Menschen die Kampagne mit einer Summe von über 350.000 € unterstützt.

Hinter dem Lumapod steckt das Team rund um Martin Grabner aus Grieskirchen. Wir haben uns mit ihm zum Gespräch getroffen um die Geschichte hinter dem schnellsten Stativ der Welt zu erfahren.

Quickfire-Questions mit Martin Grabner
Wie trinkst du deinen Kaffee? Martin: Schwarz – ganz ohne allem!
Was nimmst du auf eine einsame Insel mit? Martin: Natürlich den Lumapod!
Welcher Song muss auf jede Playlist? Martin: Eigentlich brauch ich nur einen Radio mit FM4 Empfang.
Hunde oder Katzen? Martin: Hunde sind schon super, aber trotzdem viel Arbeit. Ich glaub ich bin da eher bei den Katzen.
Apple oder Windows? Martin: Windows, ganz klar!

 

Danke Martin für deine Zeit! Vielleicht kannst du uns einfach mal erzählen was hinter eurem Produkt – dem Lumapod – so steckt?

Natürlich! Es gibt ja ein bekanntes Problem: Normale Stative zum Fotografieren sind für einen nicht-Profi zu groß und zu schwer, dass man sie immer mitnimmt und oft verwendet. Der Aufbau ist einfach viel zu aufwändig für ein Foto, dass man schnell und spontan machen möchte. Es sind viel zu viele Handgriffe und dauert einfach zu lange. Einem Profifotografen ist das eher egal, weil er sich gerne die Zeit nimmt um sein Setting so aufzubauen, dass es für ihn perfekt passt. Aber für die Meisten Hobbyfotografen ist so etwas einfach viel zu aufwändig. Deswegen haben wir mit dem Lumapod ein Stativ entwickelt, dass sehr kompakt und sehr leicht ist, um es ganz unkompliziert überallhin mitnehmen zu können. Der Hauptvorteil am Lumapod ist jedoch, dass man ihn in wenigen Sekunden mit nur einem Handgriff aufbauen kann.

Wie seid ihr denn auf die Idee zum Lumapod gekommen? Seid ihr da selbst mal über ein Problem mit eurem Stativ gestoßen?

Ja, die Idee ist eigentlich aus unseren eigenen Reisen entstanden. Der Auslöser dafür passierte während unserer Reise durch Island. Da hatten wir zwar ein Stativ mit aber haben es nie wirklich verwendet, weil es zu viel Aufwand war – es ist dann einfach in unserem Wohnmobil geblieben (lacht). Zur gleichen Zeit schrieb ich zudem an meiner Masterarbeit zum Thema Leichtbau. Daher kam die Idee, dieses Leichtbauprinzip auf ein Stativ anzuwenden. Wir wollten ursprünglich einfach nur ein „leichtes“ Stativ entwickeln, sind dann aber relativ schnell draufgekommen, dass es mit unserer Methode auch viel einfacher wird das Stativ aufzubauen. Deshalb sagen wir jetzt: Wir haben das schnellste Stativ der Welt!

Die Technologie hinter dem Lumapod - dem schnellsten Stativ der Welt
Image courtesy: Lumapod
Weil du gerade von deiner Masterarbeit gesprochen hast: Kommst du eher aus der technischen Schiene?

Auf alle Fälle. Ich habe einige Jahre als Techniker in der Konstruktion gearbeitet und später dann Industrial Design an der Kunstuniversität in Linz studiert. Während dem Studium habe ich mich aber schon mit einem Kollegen selbstständig gemacht und ein Ingenieurbüro für Konstruktion und Industriedesign gegründet. Gegen Ende des Studiums habe ich dann aber bereits mit der Idee zum Lumapod gestartet – wir arbeiten daran nun schon über 2 Jahre! Die Fotografie war dazu eher ein Hobby, vor allem auf Reisen.

Ihr hattet also die zündende Idee – wie sah euer Prozess danach aus?

Am Anfang mussten wir mal die ersten Skizzen anfertigen. Da wir ja ein Konstruktionsbüro haben bin ich auch technisch ziemlich fit, also habe ich dann ziemlich bald begonnen das erste Konzept zu zeichnen und den Mechanismus zu entwickeln. Danach haben wir einen sehr groben Prototyp entwickelt – einen Proof of Concept, um zu sehen ob das Prinzip in der Praxis funktioniert. Das war für uns besonders wichtig, weil wir uns auch nach Förderungen umgesehen haben, um das Projekt zu finanzieren. Beim Pitchen an die Fördergeber hilft es einfach zu überzeugen, wenn man bereits einen Prototyp hat, den man herzeigen kann.

Mit diesem ersten Modell haben wir dann auch sehr viel recherchiert, ob bereits so ein ähnliches Produkt existiert oder ob es auf diese Technologie schon Patente gibt. Aber als wir gesehen haben, dass so etwas noch nicht existiert, haben wir dann selbst relativ schnell das Patent angemeldet, damit wir nicht zu viel Zeit und Geld in etwas hineinstecken das wir vielleicht gar nicht machen dürfen! So hat das ganze angefangen. Danach kamen natürlich noch mehrere Prototypen und weitere Förderungen als nächste Schritte. Wir hatten da auch eine Kooperation mit dem Industrial Design Studiengang der Kunstuni und haben aktuell auch einen Mitarbeiter, der gerade selbst an seiner Masterarbeit schreibt. Also haben wir uns auch personell die Unterstützung geholt, die wir brauchen.

Habt ihr also schon ein kleines Team aufgebaut?

Momentan sind wir vier Leute, die am Lumapod arbeiten. Einer davon ist Profifotograf, der uns wirklich mit Rat und Tat zur Seite steht und natürlich sehr praxisnahe arbeitet. Meine Partnerin ist Co-Gründerin und kommt aus dem Marketingbereich. Dann sind da noch ich und Kurt, von dem ich gerade schon gesprochen habe. Er ist Amerikaner, was für uns natürlich super ist, da wir alles sehr international gestalten – da ist ein Native Speaker im Team absolut kein Nachteil! Er war am Anfang eher in der technischen Entwicklung involviert, hat dann aber relativ schnell seinen Fokus auf die Crowdfunding Kampagne gelegt.

Das Lumapod Team: Andi, Eva, Martin und Kurt
Image courtesy: Lumapod
Weil du gerade die Kickstarter Kampagne ansprichst – wieso fiel eure Entscheidung darauf, für den Lumapod eine Crowdfunding Aktion zu starten?

Die Idee, dass der Lumapod ideal für Crowdfunding wäre, kam uns eigentlich schon fast zu Beginn. So früh schon weitere Investoren an Land zu ziehen, wäre für mich persönlich auch nicht so schnell in Frage gekommen. Also war Crowdfunding als zusätzliche Finanzierungsmethode für uns eigentlich relativ schnell klar. Der Lumapod ist ja auch ein Consumer Produkt, dass eine breite Masse und viele Communities anspricht: Profifotografen sind da gar nicht so unsere erste Zielgruppe, da sie viel Wert auf absolute Stabilität legen und dafür auch gerne viel ausgeben. Aber durchaus Hobbyfotografen oder Menschen, die viel mit dem Smartphone fotografieren, die jederzeit ein Reisestativ dabeihaben wollen, dass man einfach in seine reguläre Tasche werfen kann.

Um noch einmal auf die Prototypen zurückzukommen: Welche Technologien und Materialien waren für euch denn bei der Entwicklung besonders hilfreich? 

Wir haben in der Entwicklung sehr viel selbst gemacht. In unserem Büro haben wir zwei 3D Drucker, die wirklich stark im Einsatz waren – die haben sich gut rentiert! (lacht). Für die ersten Versuche von neuen Änderungen haben wir immer alles selbst 3D gedruckt. Die Rohre haben wir zum Beispiel anfangs aus anderen Stativen einfach rausgenommen. Das alles haben wir in unserer kleinen Werkstatt selbst gebaut. Bei den letzten Prototypen haben wir aber schon viel extern machen lassen, wie zum Beispiel die Aluminiumteile.

Was waren in diesem Prozess der letzte zwei Jahre die größten Challenges für euch?

Wir stießen einfach auf sehr viele Themen, die wir noch nie gemacht hatten und in die wir uns selbst hineinarbeiten mussten. Man startet ja nicht mit einem großen Team wo sich jeder um einen Teil kümmert, sondern es landet ja alles bei denselben Personen: die technische Entwicklung, die Finanzplanung, die Förderanträge… da bleibt auch einfach viel Zeit auf der Strecke. Für manche Förderanträge haben wir zum Beispiel einen ganzen Monat Vollzeit investiert ohne vorab zu wissen, ob wir die Förderung überhaupt bekommen werden. Da hatten wir aber immer großes Glück und es hat sich ausgezahlt! Dann gibt’s bei uns auch eine private Challenge: unsere kleine Tochter! (lacht).  Die ist jetzt ein Jahr alt und mit ihr wollen wir natürlich auch viel Zeit verbringen. Das alles unter einen Hut zu bringen ist oft nicht so einfach!

Das glaube ich! Welche Tipps würdest du denn anderen Menschen mit auf den Weg geben, die auch eine Idee realisieren wollen? 

Auf alle Fälle sollte man sich Unterstützung holen. Wir waren relativ schnell beim Startup-Inkubator tech2b dabei, wo auch super Workshops angeboten werden damit man ich das Know-how für das Business aufbauen kann. Das Netzwerken und Austauschen ist auch auf alle Fälle wichtig, damit man über seine Möglichkeiten Bescheid weiß – egal ob bei Förderungen oder Produzenten. Da kann man von den Erfahrungen anderer sehr viel lernen. Für uns war es auch wertvoll, dass wir die wichtigsten Skills direkt bei uns im Team ansiedeln konnten und während der Entwicklung keine großen Aufgaben auslagern mussten. Wie zum Beispiel die Expertise unseres Fotografen, der gleich alle neuen Entwicklungen in der Praxis testen konnte.  Das Wichtigste ist aber: dranbleiben und nicht aufgeben! Auch bei negativem Feedback oder anderen Schwierigkeiten sollte man sich nicht unterkriegen lassen!

Wie geht’s für den Lumapod nun weiter?

Wir werden jetzt bis Ende 2018 noch die letzten Details ausarbeiten und uns parallel auf die Suche nach Produzenten machen, damit wir Anfang 2019 die Produktion starten können. Die Finanzierung unserer Werkzeuge haben wir jetzt mit Kickstarter gesichert – das hat ja ganz gut funktioniert! (lacht). Wir würden auch gerne unser Team um einen Techniker verstärken, damit wir noch schneller agieren können und in den Markt reinkommen. Wir haben auch schon so viele Ideen für neue Produkte, an denen dann schon gearbeitet werden kann. Hoffentlich können wir uns dann über eine gute Markteinführung im Mai 2019 freuen! Da Kickstarter ja reward-based ist, haben wir durch unsere Unterstützer*innen schon die ersten Käufer*innen, die dann den Lumapod als Gegenleistung erhalten werden. Es ist zwar ein sportlicher Zeitplan, aber wir sind auf alle Fälle zuversichtlich und motiviert!

Wer selbst zu den ersten Käufer*innen des Lumapod zählen will hat noch bis 25. Oktober 2018 Zeit das Projekt auf Kickstarter zu unterstützen!

 

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