The Bottery: Keramik meets 3D-Druck

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1998
Image Courtesy: The Bottery

Ton ist ein aufregendes Material! Aufgrund seiner Stabilität, Ästhetik und Nachhaltigkeit wird es bereits seit über 300,000 Jahren verwendet. Ton ist sicher, ungiftig und selbst den Verwendungszwecken sind keine Grenzen gesetzt: Egal ob für Funktionsgegenstände, Skulpturen oder in der Architektur – getöpferte Keramiken waren schon immer vielseitig einsetzbar.

Jedoch war seit der Erfindung der Töpferscheibe keine Innovation in der Welt der Keramik so transformativ wie die des 3D Drucks. Durch die Verwendung von „vorkeramischen Polymeren“, welche sich durch Hitzeentwicklung in Keramiken verwandeln, können mit speziellen 3D Druckern Tonarbeiten mühelos in eine Form gedruckt und anschließen durch einen Laser ausgehärtet werden. Bei der Druckmethode wird die klassische Wulsttechnik verwendet – eine der Grundtechniken des Töpfern, welche durch die Innovation des 3D Drucks nun wahrscheinlich auch die am meisten fortgeschrittene ist.

Im Vergleich zu traditionelleren Methoden arbeitet der 3D Druck unglaublich effektiv und öffnet Türen zu neuen Formen und Texturen in der Welt der Keramik. Digitale Designs ermöglichen sowohl eine akkurate Massenproduktion von identen Objekten (wie Ziegeln oder Schindeln) aber auch die Produktion von filigranen Details individueller Kunstwerke.

Robot + Pottery = The Bottery

Aus diesen bahnbrechenden Entwicklungen heraus entstand nun das Projekt The Bottery – ein Ort, an dem robotische Keramik kreiert und erlebt werden kann.

Image Courtesy: The Bottery

The Bottery hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Design-Manufaktur für keramische Innovationen zu schaffen, in welcher ausschließlich state-of-the-art Technologien verwendet werden. Mit dem festen Glauben an die unendlichen Möglichkeiten von 3D-gedruckten Keramiken, ermöglicht The Bottery seinen Members individuelle, design-orientierte und funktionale Töpferhandwerke herzustellen. Dass 3D-gedruckte Keramiken hoch-spezifische Arbeitsräume, Tools und Knowhow verlangen, welche über Jahre hinweg sorgfältig kultiviert wurden, erklärt sich von selbst. Nun wollen die Experten in The Bottery ihr Wissen teilen und Andere darin befähigen. Dazu nehmen sie dieses Vorhaben auf drei verschiedene Arten in Angriff:

Storefront und Workshop Space

In Oakland, Kalifornien, erschafft The Bottery einen Raum für Workshops rundum das Thema „3D Druck und Ton“, für Privatpersonen und Unternehmen, um einer breiten Masse das Produzieren von technologischen, funktionalen und plastischen Keramiken zu ermöglichen. Dabei ist es ganz egal, wie viel (oder wenig) Vorahnung in Sachen 3D Druck und Keramik man mitbringt. Außerdem werden in den Workshops nur high-quality und umweltsichere Tone und Lasuren verwendet.

Potterware

Kalifornien ist zu weit weg? Und Designen ist auch nicht unbedingt jedermanns Stärke? Kein Problem! The Bottery hat zusätzlich eine nutzerfreundliche App entwickelt, mit der man seine eigenen funktionalen Keramiken entwerfen kann, ganz unabhängig davon wo man sich gerade befindet oder wieviel man über Tonarbeiten oder 3D Druck weiß. Wer eine Idee für ein oder mehrere Keramikobjekte hat, kann mithilfe der App lernen sie zu designen und, falls man einen Keramikdrucker in seiner Nähe verfügbar hat, zum Leben erwecken.

Image Courtesy: The Bottery

Bring the Bottery Home

Falls man aber vom DIY-Fieber so sehr gepackt wird und das 3D-Drucken von Keramiken lieber gleich in die eigene Garage verlegen will, hat sich The Bottery mit den Druckerherstellern von 3D Potter (DeltaBots) zusammengeschlossen um eine optimierte Linie an 3D Keramikdruckern anzubieten. Mit diesen Druckern kann man selbst größere Keramikwerke aus verschiedensten Tonarten (Terrakotta, Irdengut oder Porzellan) herstellen. Der Drucker „Micro 8“ kann, zum Beispiel, direkt durch die Kickstarter Kampagne von The Bottery erworben werden und weist einen Bauraum von 10x10x12 Zoll auf. Das Modell „XLS-1“ ist die momentan größte Maschine und kann in einem Durchmesser von erstaunlichen 72 Zoll arbeiten, bei einer Bauhöhe von 45 Zoll und einem Fassungsvermögen von bis zu 3600 Millilitern Ton. Die dazugehörige Software namens „Potterware“ ermöglicht nicht nur die Realisierung eigener Töpferprojekte in einer nutzerfreundlichen Art, sondern auch Kontrolle über das Finish der Oberfläche und der Detailarbeit.

Emerging Objects

Hinter diesem Projekt steckt der unabhängige und kreative MAKE-tank namens „Emerging Objects“, welcher sich auf innovative Materialien des 3D Drucks für Architektur, Bauteile und Produkte spezialisiert hat. In den letzten Jahren wurde dabei das Hauptaugenmerk besonders auf den 3D Druck von funktionaler Keramik gelegt.

Image Courtesy: The Bottery

Gegründet wurde Emerging Objects von Ronald Rael und Virginia San Fratello:  Ronald Rael ist Künstler und Architekturprofessor an der University of California Berkeley, wo er die printFARM leitet. Schon immer von Ton fasziniert, entwarf und baute Rael Gebäude aus Lehmstein und schrieb das Buch Earth Architecture (Princeton Architectural Press). Virginia San Fratello ist Architektin, Künstlerin und Pädagogin an der San Jose State University. Sie ist davon überzeugt, dass Design im 21. Jahrhundert nachhaltige Methoden inkorporieren und einen Nutzen aus regionalen und ökologischen Ressourcen ziehen muss. San Fratello arbeitet mit Herstellern in diesen Bereichen stets daran, nachhaltige Produkte auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2014 wurden Rael und San Fratello von der Architectural League of New York als „Emerging Voices“ ausgezeichnet.

Kickstarter-Erfolg für The Bottery

Um den ersten Durchlauf an Workshops zu finanzieren, startete The Bottery eine Kampagne auf Kickstarter, welche am 15. Juni endete. Dabei wurden von insgesamt 275 Unterstützer/innen über 34,000 US-Dollar durch den Erwerb von „Packages“ gesammelt. Mit dem Betrag der verschiedenen Unterstützungspakete wurden jeweils „Reward-Pieces“ verbunden, welche in den Workshops hergestellt und an die Unterstützer versandt werden. Mit einem Beitrag von $ 25,00 erhält man zum Beispiel einen Espressobecher, mit $ 250 eine Designervase oder mit $2.850 sogar einen der Micro 8 Keramikdruckern von 3D Potter. Nach der erfolgreichen Umsetzung dieser Kampagne warten nun also bereits viele neugierige Menschen die auf ihre gedruckten Keramiken und den ersten Workshops von The Bottery steht nichts mehr im Weg!

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