Top 5 Artworks der Kreativen Robotik im AEC

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Cyber Physical Macro Material

Obwohl Automatisierungen und Roboter unseren Alltag einfacher gestalten und Fertigungsprozesse erleichtern sollen, rufen die rasanten Fortschritte teilweise auch Unsicherheit angesichts des Überhandnehmens maschineller Einflüsse auf unsere Umwelt hervor. Jedoch können diese Maschinen von einer Generation kreativer Köpfe aus Architektur, Kunst und Design für völlig andere Fragestellungen zweckentfremdet werden und innovative Prozesse für die Herstellung individualisierter Produkte ermöglichen.

Das Robotik und Kunst sich perfekt ergänzen, haben wir bereits bei unserem Besuch im Robotiklabor der Kunstuniversität Linz festgestellt. Dessen Leiter, Johannes Braumann, hat aber seine Finger nicht nur dort im Spiel, sondern gestaltete mit seiner Abteilung auch die Ausstellung für Kreative Robotik im Ars Electronica Center. Im Rahmen unserer #RoboticWeeks haben wir uns diese Ausstellung natürlich nicht entgehen lassen und hier die fünf beeindruckendsten Artworks für euch zusammengefasst:

inFORMed Clay Matter

Das Forschungsprojekt „inFORMed Clay Matter“ gefiel uns ganz besonders, weil Ton eines unserer absoluten Lieblingsmaterialen ist und uns die ausgestellten Keramikobjekte an die Produkte von The Bottery erinnerten. Sie entstehen mithilfe eines Roboterarms mit einem maßgeschneiderten Werkzeug für die Abscheidung von Ton und anderen pastösen Materialien. Die für die Roboterfertigung nötigen digitalen Informationen werden nahtlos mit den Materialeigenschaften verbunden, die sich aus der Viskosität des Tons ergeben. „inFORMED Matter“ schafft es auf diese Weise, das große gestalterische Potenzial hervorzuheben, das sich ergibt, wenn Roboter und Rechnerleistung aufeinandertreffen.

inFORMed Clay Matter

Cyber Physical Macro Material  

Wenn man das Ars Electronica Center betritt, fällt einem das spannende Konstrukt neben dem Deep Space 8K sofort auf. Das Projekt „Cyber Physical Macro Material“ beschäftigt sich mit einer Vision für dynamische und intelligente Architektur für den öffentlichen Raum. Bei dieser Form der Überdachung wird ein Material aus leichtem Kohlefaserfilament eingesetzt, in das Elektronik für die Kommunikation und die Sensorik eingebaut ist, sowie eine Sammlung von autonomen Drohnen – die „Builders“. Je nachdem wo der User gerne Schatten hätte, ordnen die Builders flexibel und rekonstruierbar die einzelnen Paneele der Überdachung neu an. Der typisch lethargische und kostspielige Prozess von Entwurf, Planung und Bau statischer Gebäude wird hier also infrage gestellt.

THE MEANS

Diese Skulptur ist so perfekt in die Architektur des AEC integriert, dass man es im ersten Moment kaum als Ausstellungsstück wahrnimmt.  Sie wurde mithilfe eines Roboters als Teil eines Forschungsprojektes im Creative Robotics Lab an der Kunstuni Linz gefertigt. Schwerpunkt des Projekts war die Erforschung der Möglichkeiten des robotischen Metallbiegens – ein traditionelles Handwerk, das hier mit der Präzision eines Industrieroboters zusammengeführt wird. Durch Machine Learning kann ein Computer extrem schnell berechnen, wie ein Roboterarm die einzelnen Metallteile biegen muss, damit die gewünschte Skulptur anschließend möglichst einfach zusammengesetzt werden kann.

THE MEANS

A Bridge Too Far

„A Bridge Too Far“ ist eine Brücke, die mit einer sogenannten roboterbasierten inkrementellen Blechumformung (RISF-Verfahren) hergestellt wurde. Dabei werden zwei voneinander unabhängige Standard-Industrieroboter eingesetzt, die auf Grundlage von CAD-Daten die gewünschte Blechgeometrie formen. Die 3,5 m lange Brücke hat eine Materialstärke von lediglich 0,5 mm, kann dabei aber ein Gewicht von bis zu 100 kg tragen. Hier begegnet man einer Form der Architektur, die nicht im herkömmlichen Sinn entstanden ist, sondern sich vielmehr über einen digitalen Modellierungsansatz, der generative Entwurfsalgorithmen mit verschiedensten Berechnungen verbindet, entwickelte.

A Bridge Too Far

Branch Boarding

„Branch Boarding“ hat es uns, als geheime Skateboard-Fans, besonders angetan. 2010 war hier die Idee entstanden, Skateboard- oder Longboardachsen mit Rädern auf einen Ast zu montieren, um auf ihm zu fahren. In den folgenden Jahren experimentierte Nico Rayf mit verschiedenen Baum- und Holztypen und unterschiedlichen Fahrweisen. Dabei beschäftigte er sich auch mit Techniken der Reproduktion, um jene Formen, die sich am besten für die Mobilität eignen, vervielfältigen zu können. Im Jahr 2016 veröffentlichte er dann unter dem Label „Tree of Motion“ eine Branchboard-Bauanleitung und gründete damit das offene Projekt. Das Ziel ist es, einzigartige Fahrobjekte aus naturgegebenen Astformen zu kreieren, sie zu erlben, zu testen und die gesammelten Erfahrungen in der Community zu teilen – finden wir geil!

BranchBoarding

Die Ausstellung ist eine Kollaboration von: KUKA Robotics, Kunstuniversität Linz (Johannes Braumann), JKU – Johannes Kepler Universität, Scionic, Robots in Architecture, Fashion & Technology – F&T, RWTH Aachen, Universität Stuttgart, CITA, Co-de-iT, BranchBoarding (Tree in Motion u. Universität für Angewandte Kunst Wien). 

Für Freunde von bewegten Bildern, wird’s auch wieder einen kleinen Rundblick durch die Ausstellung im neuesten #Garagenvlog geben. (coming soon)

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