Top 5 Insights beim KUKA Technikerworkshop

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Roboter sind etwas Beeindruckendes. Vor allem wenn sie 3 Meter groß sind und mehrere hundert Kilo problemlos heben können. Diese orangen Monster sind mittlerweile in fast jedem größeren Industriebetrieb irgendwo in der Fertigungshalle zu finden. Die Firma KUKA ist einer der führenden Hersteller solcher Giganten. Doch nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen oder Feinen glänzen die Maschinen der Augsburger Firma. Maria und Fabian haben sich einen Technikerworkshop des Unternehmens angesehen, um in den Alltag eines Robotertechnikers zu schnuppern.  Hier die Top 5 Dinge, die wir kennenlernen durften:

Agillus KR6: Klein aber oho

Richtet man einen Schrumpfstrahler auf den klassischen Industrieroboter, bekommt man den Agilus KR6. Dieser Miniaturroboter arbeitet überall dort, wo kleine Bauteile präzise platziert werden müssen. Ein Beispiel der Anwendung wäre das Setzen von Platinen in ein kleines elektronisches Gerät wie ein Smartphone. Innerhalb von nur 4 Jahren hat sich die Produktfamilie dieses kleinen Alleskönners zur meistverkauften Linie von KUKA entwickelt. Justiert man den KR6 richtig, arbeitet er auf 0,02mm genau. Zum Vergleich ein menschliches Haar hat in etwa einen Durchmesser von 0,12mm. Der dafür benötigte Platz ist eine Standfläche von 179x179mm, wobei eine Arbeitsfläche von 600x600mm abgedeckt wird. Geliefert wird die Maschine für normale Anwendungen und auch für Reinräume – beide können in beliebiger Orientierung montiert werden. Die Reinraumvariante KR10 ist zusätzlich noch IP65/67 geschützt. Damit wird der Regenschirm beim Spaziergang mit dem neuen Roboter also auch keine Pflicht mehr.

SafeOP: Stoppen vor einer Grenze

KUKAs Softwaresuite umfasst verschiedene Programme zur Bedienung der Roboter, unter anderem SafeOp. Der Sinn davon ist die Simulation und Kontrolle des Roboters zur Sicherheit von umliegenden Gegenständen. Sind zum Beispiel empfindliche Geräte im Arbeitsbereich der Maschine, die entweder beschädigt werden könnten oder den Roboter beschädigen, kann eine Secure-zone, also eine verbotene Zone für den Roboter, eingerichtet werden. Kommt der Roboter dieser Zone zu nahe, schaltet er auf Not-Halt und muss manuell wieder gestartet werden. Ein sehr zeitaufwendiger Prozess. Um dieses Problem zu lösen, ist in der neuen Version des SafeOP Programms die Funktion Stoppen vor Grenzeimplementiert. Grob gesagt sieht der Roboter in die Zukunft und ermittelt, ob er auf seiner momentanen Bahn einer solchen Zone zu nahekommt. Ist dies der Fall, wird er langsamer und stoppt vor der Zone, ohne einen Not-Halt auszulösen.  Damit kann der Normalbetrieb nach lösen des Problems sofort wieder aufgenommen werden.

KR20: Auch ohne Fitnesscenter erfolgreich

Denkt man an einen klassischen Industrieroboter, stellt man sich oft einen aufgepumpten Arm aus Stahl vor – ein mechanischer Popeye also. Die KR20-Reihe ist allerdings das genaue Gegenteil davon. Hier geht es nicht darum, schwere Dinge zu heben, sondern präzise, für Menschen unangenehm schwere oder unmögliche Aufgaben durchzuführen, fühlen sich diese Maschinen so richtig wohl. Grundsätzlich gibt es verschiedene Kategorien der Anwendung, bei unserem Workshop wurden drei davon präsentiert: Foundry, Hygenic Oil und Clean Room.
Foundry ist für alle Arbeitsplätze gedacht, wo es heiß werden kann, wie Schweißarbeit. Zu ihren Haupteigenschaften zählen IP67, Korrosionsschutz und eine hitzefeste Lackierung.
Die Hygenic Oil-Variante ist zum Verpacken und Versenden von Lebensmitteln gedacht. Die Bauweise ist zwar nicht zur Verarbeitung von Lebensmitteln freigegeben, da dafür eine noch speziellere Bauform benötigt wird, um alle Auflagen zu erfüllen. Sie darf aber mit fertigen Lebensmitteln hantieren.
Clean Room trägt seine Hauptaufgabe schon im Namen. Er ist für den Einsatz in einer staubbefreiten Umgebung gedacht und besitzt dafür eine spezielle Lackierung, die keine Partikel abgibt, einen besonderen kohlebürstenfreien Anschlag und wird vor dem Versand nochmals gereinigt.

Die Familie dieser Roboter hat momentan eine gigantische Nachfrage. Sie ist so groß, dass KUKA momentan neue Versorgungsstrukturen einrichtet, nur um den Bedarf decken zu können.

mxAutomation: Ein Roboter lernt sprechen

Was ist besser als ein Industrieroboter? Ein Industrieroboter der mit dem Rest der Anlage sprechen kann! KUKA arbeitet zusammen mit Siemens an einer Schnittstelle, die erstmals eine tiefe Zusammenarbeit zwischen den beiden Steuerungen erlaubt. Ist die Verbindung zwischen den beiden hergestellt, kann die Siemenssteuerung mit dem Roboter kommunizieren und verschiedene Vorgänge auslösen. Dabei wird der Roboter aber immer noch von der eigenen Steuerung bedient. Interne Sicherheits-Stopps können also nicht übergangen werden. Eine ähnliche Kooperation läuft schon länger mit dem Spritzgussmaschinen-Hersteller Engel unter dem Namen KUKA for Engel, wobei die Roboter direkt in die Maschinen eingebaut werden.

Virtuelle Inbetriebnahme: Dem Roboter so nah wie noch nie

Alle Virtual Reality-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Wer braucht schon Space Pirate Trainer, wenn man mit einem waschechten Industrieroboter in VR spielen kann? Das Problem der Kontrolle und Inbetriebnahme ist bei großen Anlagen schon lange ein kniffliges. Wie kann man etwas beobachten, ohne in einen Prozess einzugreifen? Oder noch besser: Ohne den Prozess überhaupt stattfinden zu lassen? Dafür bietet KUKA nun ein Programm zur virtuellen Simulation ihrer Anlagen an. Mit Vive und Controllern steigt man direkt in den Sicherheitskäfig und sieht dem Roboter direkt aus der Nähe zu. Berührungsängste sollte man jedenfalls keine haben, wenn man sich versehentlich direkt vor den Arm teleportiert…

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